26. Lüttringhauser Gespräche

Die »Lüttringhauser Gespräche« sind eine Veranstaltungsreihe, die ein Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet. Sie geben uns Impulse
zum Diskutieren und Nachdenken. Der durch den F(l)air-Weltladen-Lüttringhausen angebotene Büchertisch möchte zu den angesprochenen Themen vertiefend beitragen.

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Tabu & Toleranz – Neue Grenzen im Diskurs
Tabus markieren Grenzen. Sie geben Orientierung, schützen Werte und bestimmen, was als akzeptabel gilt. Doch Grenzen verschieben
sich: Was lange undenkbar oder unaussprechlich war, wird heute teilweise selbstverständlich diskutiert, neu bewertet oder öff entlich
verhandelt. Zugleich gibt es Äußerungen und Positionen, die Widerspruch, Protest und klare Grenzziehungen hervorrufen. Dabei entstehen
neue Tabus und neue Konfl iktlinien. Tabuisierungen können zudem dazu führen, dass bestehende Probleme verschleiert und folglich
weder off en diskutiert noch wirksam angegangen werden. Wie gehen wir mit diesen Veränderungen um? Welche Formen von Toleranz
braucht eine off ene Gesellschaft, und wo stößt sie an ihre Grenzen? Die 26. Lüttringhauser Gespräche nehmen diese Entwicklungen in den
Blick und laden zum Austausch über die neuen Grenzen des gesellschaftlichen Diskurses ein.

3. November 2026,  10. November 2026 und 17. November 2026
Jeweils um 19.30 Uhr
Gemeindehaus der Evangelischen
Kirchengemeinde Lüttringhausen
Ludwig-Steil-Platz 1c
42899 Remscheid

Dienstag, 3. November 2026, 19.30 Uhr
Wird Bürgernähe für Politiker/innen gefährlich?
Mit unseren Lokal-Politiker/innen im Gespräch
Politikerinnen und Politiker stehen für Bürgernähe, Dialog und Präsenz vor Ort. Gleichzeitig nehmen persönliche Anfeindungen, verbale
Angriff e und Bedrohungen gegen Mandatsträgerinnen und Mandatsträger zu. Wie verändert dies die politische Arbeit auf kommunaler Ebene? Welche Erfahrungen machen Menschen, die sich für das Gemeinwesen engagieren? Und wie kann demokratische Beteiligung gestärkt werden, ohne dass Engagement zur Belastung wird? Im Gespräch mit zwei Lüttringhauser Lokalpolitiker/innen wollen wir über Chancen und Risiken politischer Nähe diskutieren.

Dr. Gerhilt Dietrich,
Historikerin i. R., Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) im Unterbezirk Remscheid, Vorsitzende SPD-Ortsverein Lüttringhausen und Bezirksbürgermeisterin von Lüttringhausen
Sebastian Hahn,
Betriebswirt, Leiter Warenwirtschaft und Logistik, Prokurist
und Stellvertretender Bezirksbürgermeister von Lüttringhausen, CDU Fraktion im Rat der Stadt Remscheid

Moderation: Dr. Ludger Kutter

Dienstag, 10. November 2026, 19.30 Uhr
Wenn die Feuerwehr helfen will und sich verteidigen muss?
Feuerwehrleute kommen, wenn Menschen Hilfe brauchen. Doch Einsätze verlaufen nicht immer unter den Bedingungen von Respekt und Unterstützung. Immer häufiger berichten Einsatzkräfte von Behinderungen, Beleidigungen oder sogar körperlichen Angriff en. Welche Folgen hat
diese Entwicklung für die tägliche Arbeit der Feuerwehr? Wie gehen Einsatzkräfte mit solchen Erfahrungen um? Und was sagt dies über den gesellschaftlichen Umgang mit Helfenden aus?
Der Abend bietet Einblicke in die Herausforderungen moderner Gefahrenabwehr und eröffnet Raum für Fragen und Diskussion.

Katharina Kluge,
Branddirektorin M. Sc. und Amtsleiterin der Feuerwehr Remscheid.

Moderation: Kristiane Voll

Dienstag, 17. November 2026, 19.30 Uhr
Grenzen in Bewegung – Perspektiven aus Kirche, Integration und Psychiatrie
Gesellschaftliche Grenzen und Vorstellungen von Zugehörigkeit verändern sich mit den politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Gäste des Abends haben diese Entwicklungen auf unterschiedliche Weise erlebt und begleitet – in Fragen von Migration und Integration, im kirchlichen Leben sowie im Umgang mit psychischen Erkrankungen. Ihre Erfahrungen reichen von Zeiten geringer Unterstützung und großer Vorbehalte bis hin zu Phasen wachsender Offenheit und neuer Anerkennung. Wie verändern sich Akzeptanz, Teilhabe und Unterstützung im Laufe der Zeit? Welche Folgen haben solche Grenzverschiebungen für die Betroffenen und für das gesellschaftliche Miteinander? Aus ihren persönlichen und beruflichen Perspektiven
berichten die Referierenden von Erfahrungen im Wandel und laden zum Gespräch über Zugehörigkeit, Anerkennung und Toleranz ein.

Erden Ankay-Nachtwein,
Grundschullehrerin i.R., Ratsmitglied der Stadt Remscheid und Vorsitzende des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration

Dr. Georg Henkel,
Theologe, Musikwissenschaftler, Kunsthistoriker, Lehrer, Schulseelsorger, Heilpraktiker (Psychotherapie), Coach und Mitglied der #OutInChurch-Bewegung

Uwe Arps,
Diakon in der Evangelischen Stiftung Tannenhof, Projektstelle Inklusion/ Evangelische Seelsorge und Inklusionsarbeit

Moderation: David J. Becher, Unterhaltungskünstler, Utopist und Vorsitzender des Wuppertaler Vereins Utopiastadt